Ein paar Fakten zur Jagd
Roland Rottenfußer veröffentlicht einen emotionalen Artikel gegen die Jagd auf Manova. Deshalb hier ein paar Fakten:
Es gibt viel zu wenig Luchse und praktisch keine Wölfe. Dadurch verdoppelt sich die Reh-Population hier im Kanton Zürich jedes Jahr. Die Jagdgesellschaften haben deshalb eine Mindestabschussquote, die sie einhalten müssen, sonst bezahlen sie Strafe.
Die landwirtschaftlichen Schäden, die durch die sich vervielfachende Wildschweinpopulation verursacht werden, gehen in die hunderttausende Franken, jedes Jahr. Würde nicht gejagt werden, gingen sie schnell in die Millionen.
Es kommt regelmässig vor, dass Jagdgesellschaften ihre Quoten kurz vor Jahresende noch nicht erfüllen konnten. Deshalb werden jedes Jahr in der Woche vor Silvester Gesellschaftsjagden durchgeführt, um den Tierbestand auf das Höchstmass zu reduzieren, das das Ökosystem Wald verträgt.
Wölfe lassen sich nicht einfach ansiedeln. Sie benötigen meist wesentlich grössere Reviere, als es die zersiedelte Landschaft überhaupt noch zulässt. Steht dieser Platz nicht zur Verfügung, bleiben angesiedelte Wölfe nicht, sondern ziehen weiter.
Das Ansiedeln von Wölfen ist konfliktbehaftet. Wölfe sind keine Hunde, sie sind selbst wehrhafte Wildtiere. Einerseits sind sie bei Jägern beliebt, denn sie nehmen einen Teil der Arbeit ab, den Wildbestand zu regulieren. Andererseits fürchten manche Anwohner und Tierzüchter sie zurecht – es ist einfach für den Wolf bequemer, wenn das Essen eingezäunt auf der Weide steht statt frei davonrennen zu können.
Es ist völlig richtig, dass kein Jäger ein Problem damit hat, ein erledigtes Tier aufzubrechen. Das gehört dazu, um das gejagte Wild nicht zu verschwenden sondern zu Lebensmitteln zu verarbeiten. Wer das nicht kann, hat tatsächlich in der Jagd nichts verloren. Viele Jäger arbeiten mit Metzgereien zusammen, um die Fleischproduktion korrekt zu gewährleisten.
Wildtiere gehören niemandem, nur sich selbst. Sie sind das einzige echte Hundertprozent-Biofleisch: garantiert unbehandelt und artgerecht gelebt (gehalten werden sie ja nicht).
Die Jagd ist vermutlich die älteste Kulturtätigkeit des Menschen. Sie entstand aus der menschlichen Natur heraus,
Wer die Jagd abschaffen will, muss erklären, wie er zukünftig den Wildbestand regulieren will, um die ansonsten entstehenden massiven land- und forstwirtschaftlichen Schäden zu vermeiden. Die Jäger frönen durchaus ihrer Leidenschaft. Aber sie übernehmen dazu auch eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe, und zwar unentgeltlich – denn die Jagd rentiert meist nicht. Wenn es gut läuft, verdient eine Jagdgesellschaft so viel, dass sie die Kosten tragen kann.