Das schrumpfende Britannien

Im Vereinigten Königreich bricht sich die Unzufriedenheit über Armut, Migration und ein gefühltes Staatsversagen gewaltsam Bahn — Premierminister Keir Starmer kostete diese explosive Stimmung das Amt.
Wachsende Armut. Vermüllte, verwahrloste Straßen. Arbeitslose, die ohne Lebensperspektive voll giftigen Zorns in abgerissenen Quartieren vegetieren. Eine von vielen so empfundene Überfremdung. Muslime, die ganze Stadtviertel „übernehmen“ und bei der Urbevölkerung das Gefühl schüren, fremd im eigenen Land zu sein. Wachsende Kriminalität und eine überforderte Polizei. Eine politische „Elite“, die als unfähig, volksfern und dekadent wahrgenommen wird und den Tatsachen — auch um den Vorwurf des „Rassismus“ zu vermeiden — nicht ins Auge schaut. Nein, ich spreche nicht von Deutschland. Hierzulande bleibt die Unzufriedenheit vieler Bürger noch unterschwellig, macht sich allenfalls in den Umfrageergebnissen der AfD Luft. In Großbritannien dagegen brennt längst die Hütte. „Die Revolution hat begonnen!“, rief der Wortführer der Unzufriedenen, der Rechtspopulist Tommy Robinson aus. Die — wie sie sich selbst sieht — unterdrückte Mehrheit revoltiert und hat das Gewalttabu längst fallen gelassen. Aufgestachelt auch durch Berichte über erschütternd brutale Migrantengewalt und über Fälle von Serienvergewaltigungen („Grooming Gangs“), sehen sich viele am Ende ihrer Geduld. Auch Unschuldige werden — wie immer in solchen Fällen — Opfer einer Woge aus ungerichteter Fremdenfeindlichkeit. Dem Staat, der ineffizient und zaghaft dagegen vorzugehen scheint, schlägt der Hass der gekränkten weißen Einheimischen entgegen. Keir Starmer und die britischen Behörden — so der Vorwurf — stellen sich eher schützend vor die Täter, als ihrer Pflicht zum Schutz der gesetzestreuen Bevölkerung nachzukommen. In Großbritannien eskalieren Entwicklungen, die sich fast überall in Westeuropa feststellen lassen — verstärkt noch durch die Spätfolgen des britischen Imperialismus. Wir sollten uns aber nicht zu sicher fühlen. Was sich jetzt im Königreich entlädt, könnte mit zeitlicher Verzögerung auch nach Deutschland kommen.