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Der Blinddarm ist am HetzenIm Fadenkreuz Moskaus

Die d-you App wird jetzt unter vollem Zeitdruck den Untertanen reingedrückt

Die d-you App ist ein ungelegtes Ei. Die Spezifikation ist nicht einmal fertig, da wird bereits die Veröffentlichung angekündigt. Der Bundes-IT-Dienstleister SPRIND sucht im Moment gerade Sicherheitsfachleute – offenbar hat man mit der Entwicklung der App begonnen, bevor das Sicherheitskonzept steht.

Da es sich bei d-you um die Umsetzung der EUDI-Wallet der EU handelt, ist es zweischneidig, ob das überhaupt ein Nachteil ist. Zumindest ist es keiner, solange die Benutzung noch freiwillig ist. Während die ersten Nutzer sich wohl dem staatlich zertifizierten Identitätsdiebstahl aussetzen werden bei der Vorgehensweise, liegt die eigentliche Gefahr einer E-ID darin, dass sie sich durchsetzt. Ab da könnte nämlich niemand mehr anonym Geschäfte abschliessen oder bezahlen, wie es heute in jedem Supermarkt oder Schuhgeschäft mit Bargeld immer noch möglich ist. Denn laut der EU-Kommission sind die E-ID und die Einführung des programmierbaren Geldes, des digitalen Euros (CBDC), ein und dasselbe Projekt. Der Staat möchte in die Lage kommen zu entscheiden, ob eine Untertanin noch genügend Sozialpunkte hat und sich ein Schnitzel kaufen darf, oder ob sie sich aufgrund mangelnden Wohlverhaltens im Internet derzeit mit ihrem Geld nur noch “Grundbedürfnisse” befriedigen kann – die freilich die Regierung definieren kann.

Der Zeitdruck, unter den sich die deutsche Regierung hier selbst setzt, ist freilich verständlich. Denn längst ist ein Wettbewerb entbrannt, wer die Kontrolle über die digital kontrollierten Untertanen denn ausüben wird. Die Amerikaner liegen hier deutlich vorne: eine Wallet gibt es bereits in jedem Smartphone, und die “Alterskontrolle” als Ausrede für den Identifikationszwang wird bereits in alle Betriebssystemen eingebaut.

Wer soll also dazu redundant noch als App dieselbe Überwachungsfunktion nutzen, die die von US-Überwachungskapitalisten kontrollierten Betriebssysteme auch ohne eine solche App bereits können? Die EU versucht wie auch bei der Chatkontrolle, wenigstens einmal die digitale Macht über ihre Untertanen durchzusetzen – und nicht erneut, wie immer, gegen China und die USA haushoch zu verlieren. Edward Snowden hat schliesslich nicht aufgedeckt, dass die EU etwa mit überwachen und kontrollieren darf. Diesmal soll es klappen, die digitale Tyrannei soll wenigstens einmal auch von Brüssel oder Berlin ausgeübt werden.