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Scott FreeGroßes bayerisches Labor liefert offenbar reihenweise falsche Corona-Testergebnisse

Leute, verlasst die Asozialen Medien!

YouTube zensiert nun KenFM. Das könnte ein Weckruf sein.

Dieses Blog hier läuft schon immer auf meinem eigenen Server. Der Grund: es kann technisch dann nur noch auf Empfängerseite zensiert werden. Sprich: wollte jemand, dass Informationen aus diesem Blog ausgeblendet werden (möchte also jemand die Rezipientenfreiheit beschränken), dann kann er das nur machen, indem er:

Es ist sonst nicht einfach möglich, gezielt Informationen zu filtern oder Druck damit aufzubauen, dass ich meine Schreibrechte verliere, falls ich mich nicht an durch die Zensoren gesetzte Spielregeln halte.

Nun kann der eine oder andere sagen: Volker, Du bist IT-ler. Damit bist Du in der Lage, eine eigene Maschine zu betreiben. Die meisten Menschen sind das nicht. Wie sollen sie auf die Asozialen Medien verzichten, ohne gleich ihre Stimme zu verlieren? Diese Frage möchte ich gerne beantworten.

Ich möchte die Frage ernst nehmen. Ein Lamentieren darüber, dass man hat das Usenet verkommen lassen, weil das Web angenehmer war, hilft ja heute niemandem mehr weiter. Aber einen Blick darauf, was das Usenet ausmachte, dass es tatsächlich ein praktisch unzensiertes Medium im Netz war, lohnt trotzdem. Es lohnt vor allem, will man verstehen, wie man Medien auswählen kann, die wiederum unzensiert bleiben. Denn das Usenet hat(te) folgende Eigenschaften:

  1. Es war/ist föderal und nicht zentral organisiert. Es gibt keinen zentralen Anbieter.

  2. Es wurde/wird von Organisationen mitgetragen, die jede Form von Zensur ablehnen.

  3. Im Standardfall (Default) sind die Diskussionen ungefilert. Moderation ist möglich, aber zusätzlich und klar gekennzeichnet.

Was ich also vorschlage, sind Medien, die oben genannte Eigenschaften erfüllen – und nicht die Flucht in Medien mit dem nächsten zentralen Anbieter, der dann wieder irgendwann beginnt zu zensieren. An der Stelle muss ich trotzdem darauf hinweisen, dass mit ZeroNet Technologie existiert, die ein unzensierbares Netz garantiert. Das wird allerdings von vielen für nicht praktikabel für politische Arbeit angesehen, weil die bestehenden Browser nicht “out of the box” unterstützen. Ja, es ist zwar einfach zu haben, aber man muss noch ein Zusatzprogramm zum Browser installieren und betreiben. Dafür ist es dann jedoch komplett zensurfrei. Was gibt es also für Alternativen, die die Usenet-Bedingungen erfüllen? Denn die gibt es. Niemand ist an Facebook, Google oder Twitter gebunden. Eine Auswahl:

Mastodon

Hier gibt es eine aktive Community. Auch im CCC-Umfeld gibt's da eine Instanz. Bei der CCC-Instanz kommt man nur mit Invite rein. Das hängt auch an der mangelnden Finanzierung. Aber offene Mastodon-Server gibt's eine Menge, beginnend mit dem von Mastodon selber. Einfach mal nach Mastodon Account suchen, anmelden, fertig.

Mastodon gibt's auch als App für Euer Mobiltelefon.

GNU social

Bei der GNU kann man sich darauf verlassen, dass hier alles unzensiert bleibt. Dazu erfüllt auch dieses Netz die Usenet-Bedingungen. Und es gibt direkt eine Liste, wo man einen Account bekommen kann. GNU social und Mastodon sind kompatibel, bilden also ein Netz.

Diaspora

Auch bei Diaspora kriegt man leicht einen Account. Diaspora-Instanzen nennt man Pods. Man findet leicht Möglichkeiten. Während Mastodon und GNU social ähnlich wie Twitter sind, ist Diaspora ähnlich wie Facebook.

Friendica

Hier gibt es eine Liste aller öffentlichen Server. Dort bekommt man leicht einen Account. Auch Friendica ist so ähnlich wie Facebook. Es kann aber auch mit Mastodon und GNU social verbunden werden.

Zusätzlich zu diesen tatsächlich freien sozialen Medien gibt es auch die Möglichkeit, nicht überwacht zu kommunizieren. Und nein, Signal ist kein solcher Messenger. Er ist zentral organisiert. Dezentral ist z.B.:

Tox Chat

Tox ist ein Instant Messenger, der einfach funktioniert. Er hat eine Besonderheit: Tox ist ein Anonymisierer. Die Mächtigen können also nicht nur nicht mitlesen, wenn sich Leute hier unterhalten, sondern sie können auch nicht sehen, wer sich überhaupt mit wem unterhält.

Die Videoplattform PeerTube wurde ja von einigen schon entdeckt. KenFM sendet darauf derzeit. Sie ist ebenfalls eine verteilte Plattform. Bevor ich jedoch auf weitere Alternativen eingehe, ein Aufruf an Euch, liebe Leser:

Das ganze nützt überhaupt nichts, wenn Ihr nicht Euer Verhalten ändert! Nein, die grosse Datenkrake aus den USA ist nicht Euer Freund. Und wenn Ihr da nichts bezahlen müsst, dann seid ihr nicht ihre Kunden, sondern Ihr seid die Ware! Euer Leben wird hier verkauft. Die Konzerne des Überwachungskapitalismus zensieren nicht nur, die verkaufen Euch mit Haut und Haaren. Geht da endlich weg! Und nein, nicht zur russischen Datenkrake. Sondern geht endlich auf freie Medien!

Das ganze wird langsam wirklich Zeit. Sonst ist es mit Eure Schuld, wenn das Web verschwindet, weil Facebook, Google und Twitter einen Deal machen, und das einstmals freie Web ganz abklemmen. Geht das? Ja, klar geht das! Und zwar genausogut, wie Google GMail von E-Mail wegtrennen kann, mit einem Handstreich! Also:

Verwendet endlich freie Medien!