Der doppelte Betrug: Erst Kindern Chancen verweigern, dann wertlose Abschlüsse verschenken
Wie viel ist ein Schulabschluss noch wert, wenn er Kompetenzen bescheinigt, die Schülerinnen und Schüler tatsächlich nicht beherrschen? Und wie gerecht ist ein Bildungssystem, das ausgerechnet dort zu wenig investiert, wo Kinder die größte Unterstützung benötigen? Juliane Becker, Studienrätin an einem Beruflichen Gymnasium in Stuttgart, rechnet in ihrem Gastkommentar mit einer Schulpolitik ab, die soziale Benachteiligung zu wenig ausgleicht und Leistungsdefizite über Jahre fortschreibt. Die Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde arbeitete zuvor rund 20 Jahre als Journalistin und gehört seit September 2026 dem Landesvorstand der FDP Baden-Württemberg an. Ihre These: Nicht Leistungsanforderungen nehmen Kindern Chancen – sondern Schulen, die sie unzureichend fördern und ihnen anschließend Abschlüsse verleihen, deren Versprechen sie nicht einlösen können.
(via Schwerdtfegr (beta))