Wie der militärisch-industrielle Komplex den ersten Billionär schuf
Am 12. Juni stellte die Wall Street nicht etwa fest, dass Elon Musk einen Reichtum im Wert von einer Billion Dollar geschaffen hatte. Sie wertete lediglich einen theoretischen Anspruch auf Raketen, Satelliten, Militäraufträge, staatliche Forschung und die künftige Arbeitskraft Tausender Beschäftigter auf – und wies diesen Anspruch einem einzigen Mann zu.
So entstand der erste Billionär.
Die Finanzpresse pries dies als Geniestreich. Die Faktenlage zeichnet ein anderes Bild. Der militärisch-industrielle Komplex nahm sich eines Unternehmens an, das privates Kapital allein nicht hätte tragen wollen; er rettete es mit staatlichen Geldern, versorgte es mit garantierten Aufträgen und schützte es als Monopol, weil das Pentagon es benötigte.
SpaceX verzeichnete im Jahr 2025 einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar und in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 weitere 4,3 Milliarden Dollar. Nach den Maßstäben, die der Kapitalismus an Arbeitnehmer und Kleinunternehmen anlegt – wer sich nicht selbst trägt, geht unter –, hätte SpaceX eigentlich abgestraft werden müssen. Stattdessen bewertete die Wall Street das Unternehmen höher als JPMorgan Chase, denn die Investoren wissen, was im Börsenprospekt nur angedeutet wird: Die Umsätze von SpaceX sind durch die US-Kriegsmaschinerie abgesichert, und diese lässt ihre auserwählten Auftragnehmer nicht untergehen.
Nicht der kapitalistische Markt machte Musk zum ersten Billionär, sondern der kapitalistische Staat.