>b's weblog

“Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.” (Rosa Luxemburg)

Sachsen-Anhalt: Schulze will sich zum Ministerpräsidenten wählen lassen – unabhängig vom Wahlergebnis

Volksempfänger, die nächste: ARD und ZDF als Zwangsbeglückung in sozialen Medien

Es ist eine traurige Nachricht für alle Fans von Katzenvideos: Der neueste Streich der Landesmedienanstalten sieht vor, dass jedes soziale Medium bald erst einmal jedem die Angebote von ARD und ZDF präsentieren muss, dann die übrigen als „verlässlich“ eingestuften Medien, und dann irgendwann vielleicht auch das zu sehen sein soll, was den jeweiligen Nutzer wirklich interessiert.

Den Artikel gibt's hier. Es geht um diese Schnappsidee hier.

Es ist strukturell nachvollziehbar, dass die Landesmedienanstalten mit der abnehmenden Reichweite der privaten Rundfunk- und Fernsehsender nach einem neuen Betätigungsfeld suchten, um ihren bestehenden Apparat weiter zu erhalten. So verhält sich jede Bürokratie. Auch das Streben nach einer Ausweitung der eigenen Macht gehört zu bürokratischen Apparaten wie Büroklammern und Schreibtische. Unter normalen Umständen gäbe es da einen spürbaren Gegendruck, gerade aus den Medien. Seit das Konstrukt der „Desinformation“ erfunden wurde, gegen die man sich überall verteidigen müsse, und sich die gesamte „offizielle“ Medienlandschaft zur Regierungstreue verschworen hat, haben derartige Initiativen allerdings freie Bahn; ähnlich wie die wuchernde Rüstungsindustrie stürzen sie sich auf das zerfallende Gemeinwesen wie Aasgeier.

Aber immerhin, es sind wenige Maßnahmen vorstellbar, die selbst bei Fans von Katzenvideos politische Empörung auslösen könnten. Ein Berg ARD und ZDF vor dem Objekt der Begierde, das könnte tatsächlich funktionieren und in Umgebungen Ablehnung erzeugen, mit denen niemand rechnen würde.