Die deutsche Bundesregierung plant die vollständige Aufhebung des Patientengeheimnisses für alle, die Profit mit den Daten machen wollen
Kritiker sehen schwerwiegende Gefahren infolge einer möglichen Verabschiedung des Entwurfs eines „Gesetzes zur Stärkung von Medizinregistern und zur Verbesserung der Medizinregisterdatennutzung”. Bernhard Scheffold vom Vorstand des Freiburger Vereins „Patientenrechte und Datenschutz“ hält die vorgesehene zentrale Speicherung von Medizindaten für problematisch. Es gebe „Begehrlichkeiten“, die Daten auszuwerten etwa für „maßgeschneiderte“ medizinische Angebote, sagt er gegenüber Multipolar. Der Zugang zu Versicherungen könnte für manche Patienten dann unmöglich werden. Zudem drohe eine kriminelle Nutzung medizinischer Daten. Allein für Deutschland gehe es Scheffold zufolge um einen Datenschatz im Wert von etwa 60 Milliarden Euro.