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“Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.” (Rosa Luxemburg)

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Ökonomie ist praktische Philosophie

Sie hat Wissenschaftskomponenten. Aber da sie auch Normatives enthält, ist sie selbst keine Wissenschaft. Wissenschaft ist per definitionem reine Analyse. Wo sie es versucht nicht zu sein, scheitert sie krachend (“die Wissenschaft sagt”). Was das Problem mit der Ökonomie ebenso treffend beschreibt.

Auf gar keinen Fall ist Ökonomie eine empirische Wissenschaft. Da sie sowieso keine (reine) Wissenschaft ist, ist das trivial. Aber auch ihre wissenschaftliche Komponente ist keine empirische Wissenschaft, sondern eine Sozialwissenschaft, und somit Teil der Kulturwissenschaften, der Anthropologie, denn wissenschaftliche Ökonomie beschreibt doch hoffentlich, was Menschen zusammen machen.

Sinnvollerweise gilt in ALLEN Wissenschaften der Primat der Empirie: wenn es Empirie gibt, die widerspricht, ist die Theorie falsch. Gibt es Empirie, die die Theorie stützt, ist die Theorie empirisch belegt. Das gibt es nicht nur in den empirischen Wissenschaften (also der Physik und ihren Teilgebieten Chemie, Biologie, etc.). Sondern das gilt IMMER. In der Anthropologie muss man damit leben, dass es nicht immer so einfach ist, deutungsfrei Empirie zu sammeln – und, sobald es subjektiv wird, ist es immer unmöglich. Das geht in der Physik einfacher. Dafür kann Physik keine Aussagen über Personen treffen. Entsprechend sind beide Wissenschaftszweige, der empirische und der anthropologische, höchst sinnvoll.

Das ist grundlegende Wissenschaftstheorie. Offensichtlich verfügt der Autor des oben verlinkten Artikels nicht über solche Kenntnisse. Er hätte sich sonst seinen Artikel sparen können – und es wäre besser, er hätte das auch getan.