Eine Klasse für sich
Die Freigabe von Epstein-Akten hat weltweit eine Welle des Entsetzens und der Empörung ausgelöst. Der Name des mehr als eine halbe Milliarde schweren Investmentbankers, dessen Machenschaften dadurch zum Teil enthüllt wurden, ist zum Platzhalter für alles nur erdenklich Verabscheuungswürdige geworden – über den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen hinaus. Er steht für Megalomanie, Willkür und Zynismus, unstillbare Gier nach Ausschweifung und Perversem, schier unbegrenzte kriminelle Energie von mehr oder weniger prominenten, aber mächtigen Happy Few. Von kaum jemandem in der jüngeren Geschichte wurde Maxim Gorkis Metapher vom Kapitalisten als «Greis», der «die Welt vergewaltigt», so sinnlich erfahrbar gemacht wie von Jeffrey Epstein und seinem Netzwerk notgeiler alter Geldsäcke.