Maduro wollte in die BRICS – Venezuela verpflichtete sich zum Aufbau einer “pluripolaren und multizentrischen Welt”
Als der venezolanische Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 durch die USA mit militärischer Gewalt aus seinem Amtssitz entführt wurde, befanden sich noch zahlreiche chinesische Delegierte und Diplomaten in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Nur wenige Stunden zuvor hatte Maduro in seinem Regierungspalast sowohl Herrn Qiu Xiaoqi, Sonderbeauftragter des chinesischen Präsidenten Xi Jinping für Lateinamerika und die Karibik, als auch Liu Bo, Generaldirektor für lateinamerikanische Angelegenheiten des chinesischen Außenministeriums, empfangen. Die Begegnung war äußerst herzlich, da Venezuela und sein wichtigster Handelspartner China mittlerweile durch eine sogenannte „allwetter-strategische Partnerschaft“ miteinander verbunden sind. Die über die letzten Jahrzehnte unterzeichneten mehr als 600 bilateralen Vereinbarungen zwischen den beiden Staaten sollten aktualisiert werden. Das venezolanische Fernsehen bezeichnete China als „große Schwester“. Noch wenige Wochen zuvor hatte Maduro bekräftigt, er wolle mithelfen, eine „neue pluripolare, multizentrische Welt“ aufzubauen, in der „die Völker des Globalen Südens das Recht haben, nach ihren Eigenheiten und ihrer Identität zu existieren und in Frieden zu leben“. Seine Bemühungen, in die BRICS-Staatengruppe aufgenommen zu werden, hatte Maduro jüngst ebenfalls bekräftigt. All dies und mehr war Washington offensichtlich ein Dorn im Auge.