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“Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.” (Rosa Luxemburg)

Mercosur: Die ÖVP opfert Bauern skrupellos für Brüssels faulen Deal.Syrischer Staatsempfang

«Klarstellungen zur militärischen Intervention in Venezuela und zum Völkerrecht»

Thierry Meyssan sieht die Entführung Maduros nicht als Völkerrechtsbruch. Ich mag ihm da nicht folgen. Jedoch weist er zurecht auf Tatsachen hin:

Übrigens handelten die Vereinigten Staaten in Venezuela wie in Panama im Jahr 1989. Auch dort beschuldigten sie Präsident Manuel Noriega, ein Drogenhändler zu sein, und entführten ihn (Operation Just Cause), wobei mehrere tausend Menschen getötet wurden. Es wurde nie bewiesen, dass er Drogen schmuggelte, sondern dass er die nikaraguanischen Contras mit Geld vom Medellín-Kartell bezahlte. Heute wissen wir jedoch, dass die Iran-Contras-Affäre von Klaus Altman (alias Klaus Barbie, der “Schlächter von Lyon”) erfunden wurde, bevor er von Régis Debray entführt wurde, um in Frankreich vor Gericht gestellt zu werden, und dass dieser Nazi der wahre Organisator des Medellín-Kartells ist [2].

Außerdem sind wir Franzosen in einer besonders schlechten Position, die Vereinigten Staaten für die Entführung des Präsidenten Venezuelas zu beschuldigen: Wir waren es, die zusammen mit Dominique de Villepin, Régis Debray und den US-Spezialeinheiten, den gewählten Präsidenten Haitis Jean-Bertrand Aristide entführt haben [4]. Technisch gesehen hatten die Vereinigten Staaten auch hier die Gültigkeit der Wahl von Präsident Aristide infrage gestellt, indem sie sich auf eine Bestimmung der haitianischen Verfassung beriefen. Sie hatten ihn entführt und dann an die französischen Spezialeinheiten übergeben, welche ihn in die Zentralafrikanische Republik entführt hatten. Damals protestierten nur sehr wenige. Die Tatsache, dass wir Venezuela besser kennen als Haiti, sollte nicht dazu führen, dass wir sie unterschiedlich behandeln.