Die (Re-)Militarisierung des Bildungssektors in der BRD
Jugendoffizier*innen frequentieren, wie bereits im oberen Textabschnitt erwähnt, seit Jahrzehnten deutsche Schulen. Sie werden von Lehrer*innen eingeladen und zu „Expert*innen für Sicherheitspolitik“ und „Staatsbürger*innen in Uniform“ deklariert. Sie beantworten Fragen von Schüler*innen und „erklären“ Außenpolitik stark vereinfacht anhand des Planspiels POL&IS (=Politik und internationale Sicherheit). Bei diesem „Planspiel“ werden militärische Interventionen als Ausweg von Konflikten propagiert.[12] Besonders auffällig ist, dass Jugendoffizier*innen vor allem an Gymnasien präsent sind.[13] Die ehemalige FDP-Bildungsminister*in Bettina Stark-Watzinger forderte eine noch stärkere Präsenz von Jugendoffizier*innen und regelmäßige Katastrophenübungen an Schulen. Dagegen regte sich unter anderem von der Landesschüler*innenvertretung in Rheinland-Pfalz öffentlicher Widerstand: „Noch mehr Bundeswehr an unseren Schulen?! Nein danke, Frau Stark-Watzinger! (…) Für uns treffen Schulbesuche der Bundeswehr und Übungen nicht den Sinn von Unterricht. Das sorgt nur für Angst und Panik. Zumal wir viele Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine haben, die das nur zusätzlich traumatisieren würde. Und das sehen wir als absolut nicht sinnvoll an.“[14]
Den Bericht gibt's hier. Aus Schweizer Sicht pflegt Deutschland ein bemerkenswertes Verhältnis zum Militär: Statt ein Volk von Bürgern unter Waffen zu sein, vertraut der deutsche Staat seinen Bürgern am liebsten überhaupt keine Waffen an. Umgekehrt soll das Militär jedoch im Auslang Kriege führen, von Afghanistan über Mali bis nun hin zur Ukraine. Dafür braucht es williges Kanonenfutter, das stimmlos nach der Pfeife der Regierung tanzt, tötet und sich töten lässt.
Solange Deutschland noch keine demokratische Haltung gefunden hat und seine Bürger nicht als den Souverän behandelt, solange ist der Militärdienst auch nur ein Dienst für eine fremde Macht. Letztlich ist das jedoch genau das, was geplant ist.