>b's weblog

News. Journal. Whatever.

Mit Krieg kann man Terror nicht schwächenTürkei verhaftet zwei führende Journalisten

Ein Gespräch mit Mathias Énard

Monsieur Énard, Ihr Roman „Boussole“, mit dem Sie gerade den Prix Goncourt gewonnen haben, erzählt von den halb halluzinierten, halb tatsächlichen Reisen eines Musikwissenschaftlers in den Orient. Von dem Roman Ihres Mitkonkurrenten Boualem Sansal und vor allem von Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ unterscheidet sich Ihr Buch durch seine Perspektive: Es tritt dem Orient und dem Islam nämlich nicht angstvoll, sondern mit Offenheit und Neugier entgegen. Wie politisch darf man Ihr Buch in diesen Tagen verstehen?

Wenn es eine politische Botschaft in „Boussole“ gibt, dann diese: Attention! Man stellt sich die arabische Welt heute meist als einen Hort des Terrorismus und Salafismus vor, von dem man nur Gewalt erwartet. Aber „Boussole“ zeigt genau das Gegenteil, es zeigt, dass der Nahe Osten über große kulturelle Schätze verfügt, über eine enorme Vielfalt, der wir in Europa viel verdanken. In diesem Sinn ist der Roman tatsächlich ein Anti-Houellebecq. Seine Vision des Islams und der Muslime ist ja eine Farce, zum Lachen! Sie ist so karikaturenhaft und idiotisch, dass man sie unmöglich ernst nehmen kann.

Weiterlesen

Zurück zum Blogindex