>b's weblog

“Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.” (Rosa Luxemburg)

2050: Mikrochips für bestimmte Bevölkerungsgruppen – Britische Regierungsdokumente enthüllen brisante PläneWährend (zum Glück) Millionen teuer erworbener Dosen in den Lagern vergammeln und Biontech Werke schließt, hat die EU nichts Besseres zu tun als dies

Widerstand ist zwecklos

„Niemand ist frei allein, frei sind wir nur als wir.“ Das sagte Franziska Brantner vergangenes Wochenende beim grünen „Impuls-Forum“ in Berlin-Neukölln, einer ausverkauften Veranstaltung mit Eintritt, Eventlocation und dem festen Vorsatz, endlich auch mal liberal zu klingen. Freiheit, so die Grünen-Chefin, sei der „Treibstoff“, das große verbindende Thema. Aber Freiheit brauche Zugehörigkeit, Geschwisterlichkeit und ein warmes „Füreinander-Einstehen“.

Man muss diesen Satz ein paar Mal lesen, damit die Kälte unter der Wärme durchkommt.

„Frei sind wir nur als wir“. Es ist ein vollständiges Programm in sieben Wörtern.

Die Literatur kennt diesen Gedanken erstaunlich gut. Wer ihn für originell hält, hat Jewgenij Samjatin nicht gelesen. Der russische Ingenieur schrieb 1920 mit "Wir" den Urtext aller Dystopien, lange vor Orwell, lange vor Huxley. In Samjatins Einzigem Staat tragen die Menschen keine Namen mehr, sondern Nummern. Sie wohnen in gläsernen Häusern, damit niemand etwas zu verbergen hat, sie marschieren im Gleichschritt, und das Wort „Ich“ gilt als Krankheit. Das „Wir“ ist heilig, das „Ich“ ein Defekt, den der Wohltäter höchstpersönlich auszubrennen weiß. Brantner hätte an diesem Roman ihre helle Freude.

Orwell formulierte es zwei Jahrzehnte später knapper. Über dem Wahrheitsministerium prangen drei Parolen, eine davon lautet: „Freiheit ist Sklaverei.“ Bei Huxley wiederum ist das Motto des Weltstaats „Gemeinschaft, Identität, Stabilität“, und jeder gehört jedem, niemand gehört sich selbst.

Die großen Dystopien des 20. Jahrhunderts haben alle etwas gemeinsam. Am Anfang steht bei ihnen kein Stiefel im Gesicht, am Anfang steht ein freundliches Versprechen von Zusammengehörigkeit. Erst kommt das Wir, dann der Wohltäter, dann die Mauer. Wie in der Realität.

Den Kommentar gibt's hier.