In Mexiko gehen die Bandenkriege um das Machtvakuum weiter, nachdem Mafiaboss El Mencho getötet wurde
Mexikanische Sicherheitskräfte töten Kartellchef El Mencho. Danach über 250 Blockaden und Angriffe in Jalisco. Präsidentin Sheinbaum ringt um Kontrolle vor der WM
In den folgenden Tagen errichteten Kartellmitglieder mehr als 250 Straßenblockaden. Jalisco, das machtpolitische Zentrum des CJNG, ist seit Jahren von einem kapitalistischen Gewaltsystem geprägt, das der Politikwissenschaftler Timo Dorsch als “Nekropolitik” beschreibt. Es ist Ausdruck einer Systematik wirtschaftlicher Akkumulation durch das Mittel der Gewalt und wird in Mexiko nicht nur durch das organisierte Verbrechen, sondern auch durch den Staat angewandt. Oftmals sind die Grenzen zwischen den beiden Akteuren unklar.
Das Kollektiv “Un Salto de Vida” kämpft in den Gemeinden El Salto und Juanacatlán in der Nähe von Guadalajara, der Hauptstadt von Jalisco, seit Jahren gegen zahlreiche transnationale und deutsche Unternehmen. Sie berichten: “Während wir gemeinsam mit Universitätsforschenden Beobachtungen im Gebiet durchführten, wurden wir festgehalten und gezwungen, aus unserem Kleinbus auszusteigen. Der Bus sowie die gesamte Ausrüstung für die Probenahme, mit der die von den Unternehmen des Industriekorridors von El Salto ungestraft ausgestoßenen Schadstoffe erfasst werden sollten, wurden in Brand gesetzt. Hier hat das organisierte Verbrechen das Schicksal unserer Dörfer geprägt. Es ist geschützt, gefördert, unterstützt und fest in der Macht verankert und dient stets den finanziellen und politischen Interessen der Eliten”.